Mitten am historischen Alten Marktplatz erinnert die Hugenottenkirche in Usingen an ein bedeutendes Kapitel europäischer und regionaler Geschichte. Das schlichte Bauwerk vereint historische Architektur mit einer lebendigen Gegenwart und steht beispielhaft für den Wandel und die Offenheit der Stadt.
Errichtet um 1700 nach Plänen des Baumeisters Benedikt Burtscher, entstand die Kirche als Gotteshaus für die französischen Hugenotten, die im Taunus eine neue Heimat fanden, nachdem sie ihre Heimat aus Glaubensgründen verlassen mussten. Über viele Jahre prägte die Gemeinde das religiöse und gesellschaftliche Leben Usingens und hinterließ bis heute sichtbare Spuren im Stadtbild.
Mit der Vereinigung der lutherischen und reformierten Gemeinden im Herzogtum Nassau im Jahr 1817 verlor die Hugenottenkirche ihre ursprüngliche Funktion als Gotteshaus. Heute erfüllt das denkmalgeschützte Gebäude eine neue, öffentliche Aufgabe: Es beherbergt die Usinger Stadtbücherei und bietet zugleich einen besonderen Rahmen für standesamtliche Trauungen. Die Verbindung aus historischer Atmosphäre und zeitgemäßer Nutzung macht die Hugenottenkirche zu einem lebendigen Ort der Begegnung und zu einem eindrucksvollen Zeugnis der Usinger Stadtgeschichte.
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