Am Fuß des Meißners, östlich von Meißner-Abterode, steht auf einem kleinen Hügel ein auffälliger Fels aus Kalkstein, der wegen seiner Gestalt auch als "Bär" bezeichnet wird. Sein eigentlicher und alter Name lautet jedoch "Todstein". Der Sage nach soll ihn Frau Holle auf dem Daumen vom Meißner dorthin getragen haben. Er war eine vorchristliche Stätte, an der im Frühjahr zu Ehren von Frau Holle das Ende des Winters und der Beginn des Frühjahrs zeremoniell begangen wurde. Das Abbrennen des Osterfeuers auf der Anhöhe direkt über dem Felsen ist ein Beleg dafür, dass diese Tradition heute noch lebendig ist. Eine andere Geschichte erzählt von zwei Riesen, die ihr zu Diensten waren. Die grämten sich, dass sie nach dem Tod getrennt sein würden. Frau Holle half, indem sie den Mann in einen Felsblock und die Frau in eine Linde verwandelte. So sollten sich beide am jüngsten Tag leicht wiederfinden. Der Abteröder Bär ist gut vom Wanderparkplatz des Premiumwegs P23 Höllental zu erreichen. Dieser startet in der nebenstehenen Kirchenruine. Der Todstein besteht aus Kalkstein, dessen geologische Einordnung als Hauptdolomit des Zechsteins bezeichnet wird. Seine löchrige Struktur ist durch Auslaugung von Gipsen entstanden. Das Gestein ist ein Trümmergestein (Brekzie), dessen Bruchstücke eckig und kantig ausgebildet sind. Seine Gestalt als Monolith konnte durch Erosion herausgebildet werden, da die umliegenden Gesteine weicher waren. Der Todstein ist mit dem Ellerstein sowie dem Kleinen und Großen Marstein bei Frankershausen und dem Mühlstein bei Wolfterode vergleichbar. Alle Steine liegen auf einer gedachten Bogenline zueinander, die durch das Absinken der Zechsteineinheiten unter das Meißnermassiv entstanden ist.