Im Ortskern von Sennfeld steht, äußerlich fast unverändert, die 1835/36 erbaute ehemalige Synagoge. Die heutige Gedenkstätte ist eine der wenigen Synagogen im Neckar-Odenwald-Kreis, die nicht zerstört oder abgerissen wurde. Sie erinnert an ein ehemals lebendiges jüdisches Leben im Ort und in der Region, das durch die Deportation der badischen Juden nach Gurs am 22. Oktober 1940 unwiederbringlich zerstört wurde.
Bis zum Novemberpogrom 1938 diente das Gebäude über 100 Jahre lang der jüdischen Gemeinde als Lern-, Gebets- und Versammlungsort. Nach 1940 wurde das Gebäude als Kinosaal, Probenlokal für Turngruppen und Chöre, Flüchtlingsunterkunft sowie als katholische Kirche genutzt.
Heute ist die ehemalige Synagoge eine Gedenkstätte für die jüdischen Gemeinden Sennfeld und Adelsheim und beherbergt zudem das Sennfelder Heimatmuseum. An der Fassade wurde 1991 eine Gedenktafel angebracht. Im Gedenkraum im Gebäudeinneren wird mit Objekten und Dokumenten an die ehemaligen jüdischen Bürger:innen erinnert.
Eine Besonderheit sind die zwei gut erhaltenen Mikwen (rituelle Tauchbäder) aus dem 19. Jahrhundert. Auch der jüdische Friedhof, der von den Gemeinden Adelsheim, Sennfeld und Korb in den Jahren 1884 bis 1939 belegt wurde, ist in einem Waldstück am Ortsausgang zu besichtigen.
Die Gedenkstätte ehemalige Synagoge Sennfeld ist Gründungsmitglied des 2023 gegründeten Gedenkstättenverbunds Neckar-Odenwald.
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