Der Graben verdankt seinem Namen dem früher hier langfließenden Wasserstrom, der ganze fünf Mühlen in Betrieb hielt. Die lange Straße, die sich in „unteren“ und „oberen“ Graben aufteilt, birgt zahlreiche kleine Handwerkerhäuschen. Früher wohnten hier hauptsächlich Leinenweber, die ihre Häuser mit aufwändigen Haustüren und bunten Schnitzereien verzierten. Das hervorstechendste Gebäude ist das im Jahr 1823 erstellte Warenkontor des Kaufmanns Diehm mit seiner gelblichen Putzfassade. Der Leinenhändler Johann Friedrich Diehm Junior errichtete dieses Gebäude. Diehm, der damals ein sehr reicher Mann war, ließ sein Kontor, das er „Palazzo“ nannte, im Stile einer venezianisch-toskanischen Villa bauen. Er drückte so den Stolz des Lauterbacher Bürgertums aus.