Lauterbach besteht neben der Kernstadt aus den elf Stadtteilen Allmenrod, Blitzenrod, Frischborn, Heblos, Maar, Reuters, Rimlos, Rudlos, Sickendorf, Wallenrod und Wernges. Das Flüsschen Lauter gab der über 1200 Jahre alten Kreisstadt des Vogelsberges seinen Namen. Die lange Geschichte und der Ursprung des Vulkanismus werden schon bei den mit Kopfsteinpflaster aus Basalt verlegten Straßen der Innenstadt deutlich. Die Flussquerung über die historischen Schrittsteine, vorbei am kupfernen Strolchdenkmal, ist ein besonderes Erlebnis bevor man vom anderen Ufer in die Kernstadt gelangt. Wer durch die kleinen, verwinkelten Gassen der Lauterbacher Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern und herrschaftlichen Villen streift, entdeckt urgemütliche Cafés und Restaurants, kann in kleinen, regionalen Geschäften stöbern und bleibt staunend vor wunderschönen Fachwerkbauten mit verzierten Portalen und Erkern wie stehen. Lauterbach wird auch die „Stadt des verlorenen Strumpfes“ genannt, was mit der Geschichte des Lauterbacher Strolches, ursprünglich ein Markenbotschafter einer Camembert-Marke und des Strolchenliedes „In Lauterbach hab‘ ich mein Strumpf verlor’n, …“ zusammenhängt. Dem Lauterbacher Strolch zu Ehren gibt es nicht nur an den Schrittsteinen das Strolchendenkmal, sondern auch am Berliner Platz vor dem Tourist-Center Stadtmühle den Strolchbrunnen. Die Stadtmühle beherbergte lange die Räumlichkeiten der traditionsreichen Töpferei Bauer, die 2025 ihr 450-jähriges Bestehen feiern durfte. Heute ist die Touristinfo hier untergebracht. Direkt vis-à-vis befindet sich hinter dem Löwendenkmal auf dem Berliner Platz das Hohhaus. Der Stadtpalais der einstigen Patronatsfamilie der Freiherren Riedesel zu Eisenbach ist heute Stadt- und Regionalmuseum. Besondere Exponate des Hohhaus-Museums sind ein Marienaltar, ein Reiseandenken Sammlung aus Fernost sowie Fundstücke von der Wartenberger Burg. Im Rokkoko-Saal finden festliche Veranstaltungen, Konzerte und Trauungen statt. Es heißt, dass Friederike Charlotte Louise Riedesel Freifrau zu Eisenbach, die hier einst wohnte, 1781 die Tradition des Weihnachtsbaumes nach Amerika gebracht haben soll. Der Garten des Hohhauses wurde nach altem Vorbild gestaltet und wird bei Festen, zum Open-Air-Kino oder beim Weihnachtsmarkt zum gemütlichen Veranstaltungsplatz. Ganzjährig ist dort der große Spielplatz inmitten der Kernstadt ein Magnet für Familien. Gleich ein paar Meter weiter ist der gemütliche Markplatz mit Stadtkirche. Fußläufig nicht weit, einen Steinwurf vom Lichtspielhaus entfernt, führt ein Weg parallel zur Lauter am Stadtpark unterhalb des Eichhofkrankenhauses vorbei. Zwischen Lauter und Wald kann die Seele baumeln und Kinder freuen sich auf den Spielplatz oder Wasserspaß am Fluss. Ruhiger geht es beim Boccia-Spiel zu. Am Ende des Weges im Steinigsgrund startet der Premiumwanderweg BachTour Lauterbach. Immer dem Bachlauf folgend in Richtung Frischborn, ist er auf 16 km ein Garant für abwechslungsreichen Naturgenuss. Ein besonders imposantes Geotop befindet sich im alten „Steinbruch Hasenköppel“ bei Frischborn: fächerartige Basaltsäulen bilden eine Wand. Aktiv sein kann man in vielerlei Facetten auch am Freizeitzentrum Lauterbach, das ebenfalls im Steinigsgrund liegt. Das Freibad mit großem Kleinkindbereich und Beachvolleyball, Spaßbad mit Wellenrutsche sowie Schwimmerbecken ist im Sommer ein Menschenmagnet. Gleich nebenan, hinter dem Wohnmobilstellplatz am Freizeitzentrum, ist eine Minigolf-Anlage und Tennisplätze sowie der Sportplatz. In der kälteren Jahreszeit sind das Hallenwellenbad „Die Welle“ mit der großen Sauna, die Eisbahn „Das Eis“ oder die Tennishallen Anziehungspunkte für Sportbegeisterte. Der Parkplatz und Wohnmobilstellplatz an der Bleiche ist ein guter Start für eine Tour zu Fuß durch Lauterbach. Wer gerne Rad fährt, kann auf dem Vulkanradweg mit geringer Steigung genüsslich von Lauterbach über die Zentralstation Frischborn, heute ein Lokal, früher der Bahnhof, vorbei an Schloss Eisenbach fahren. Das Schloss der Freiherren Riedesel zu Eisenbach thront über dem Eisenbach direkt am Radweg. Ein Gang rund um das Areal, durch den weitläufigen Landschaftspark des Schlosses und vorbei an der Annenkapelle. Der schlichte, gotische Bau von 1517 ist das einzige unveränderte vorreformatorische Gebäude im Vogelsbergkreis Naturgenuss beim Wandern bietet der Premiumwanderweg WiesenTour Maar auf 11 km. In weitem Bogen um das kleine Dörfchen herum führt der Weg durch eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft. In Sickendorf findet im Schlosspark von April bis Oktober immer am ersten Sonntag im Monat ein wunderschöner Antik- und Trödelmarkt statt. Nebenan ist ein großer Reitplatz und Golfplatz. In den Stadtteilen Heblos und Rudlos sind besonders hübsche, kleine Fachwerkkirche zu sehen – auch eine Besonderheit der Vulkanregion Vogelsberg.
@text