Die Marienstiftskirche, die um 1316/1317 erbaut wurde, zählt zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in Lich. Sie beherbergt zahlreiche Grabdenkmäler der Licher Herrscher sowie die um 1775 geschnitzte Arnsburger Kanzel. In der Kirche finden gelegentlich Konzerte und musikalische Gottesdienste statt. Ihre Gründung geht auf die Stiftung eines Kollegiatstiftes durch Philipp III. von Falkenstein im Jahr 1316/17 zurück, sowie auf die Stadtwerdung Lichs am 10. März 1300. Im Jahr 1320 wurde die Kirche zu Ehren der Gottesmutter Maria, des heiligen Martin und der heiligen Elisabeth geweiht. Ab 1510 ließ Graf Philipp die Kirche nach Vorbildern wie der Heiliggeistkirche in Heidelberg und der Stadtkirche in Wittenberg zu einer spätgotischen Hallenkirche umbauen. Das gotische Kreuzrippengewölbe wurde jedoch nur teilweise bis zur Fertigstellung des Umbaus im Jahr 1594 ausgeführt. Die Kirche beherbergt bedeutende Kunstwerke, darunter das Grabdenkmal von Kuno von Falkenstein und Anna von Nassau, das um 1333 entstand. Die hochbarocke Arnsburger Kanzel, die seit über 100 Jahren das Kirchenschiff ziert, zeigt die Kirchenväter Bernhard von Clairvaux, Thomas von Aquin, Leo den Großen und Bonaventura. Ein Kruzifixus aus der Renaissance, entstanden um 1500, ist ebenfalls Teil der Ausstattung. An der Südwand des Langhauses erinnert ein Denkmal an die Gefallenen der Weltkriege, während an der Südwand des Chores seit 1988 ein Gedenkstein an das Judenpogrom von 1938 erinnert.
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