Beim Anblick der über hundert alten landwirtschaftlichen Fahrzeuge in der großen Ausstellungshalle in Dannenrod taucht ein Gefühl von Nostalgie auf. Diese Fahrzeuge erinnern an die Geduld und Arbeit unserer Vorfahren auf den Äckern. Um als echter Oldtimer zu gelten, müssen die Fahrzeuge mindestens 40 Jahre alt sein. Ein Beispiel dafür ist der Lanz Bulldog aus dem Jahr 1941, hergestellt von der Firma Lanz in Mannheim. Sein Niederdruckmotor erfordert das Vorheizen mit einer Heizlampe, und seine Höchstgeschwindigkeit beträgt 6 km/h.
Zu den seltenen Stücken gehören eine Getreidemähmaschine mit hölzernen Flügeln als Vorläufer eines Mähbinders sowie eine Kartoffeldämpfmaschine aus den 1950er Jahren. Früher zog die Dämpfkolonne mit dieser Maschine von Hof zu Hof, um bei Bedarf Kartoffeln zu dämpfen, die dann als hochwertiges Schweinefutter dienten. Langfristig ist geplant, alle Vorkriegsmodelle der Firmen Lanz, Deutz und Hanomag für das Museum zu erwerben.
Alle hier ausgestellten Oldtimer sind fahrbereit und funktionsfähig, einschließlich derjenigen aus den 1920er Jahren. Jedes Stück wurde sorgfältig restauriert, wobei Schrauben, bewegliche Teile, Rohre und Metallverbindungen gereinigt und geschmiert wurden. Viele Ersatzteile müssen von Hand angefertigt werden, wobei Oldtimer-Freunde aus verschiedenen Berufen helfen.
Die Oldtimer-Freunde gründeten im Jahr 1988 einen Verein und organisieren regelmäßig die Bulldog-Messe in den Alsfelder Hessen-Hallen, die viele tausend Besucher anzieht. Die Leistung der Veteranen reicht von 8 PS bis 55 PS, und auch Lastwagen und Motorräder ab einem Alter von mindestens 30 Jahren gehören dazu.Im Jahr 1995 schlossen sich die Gruppen aus Homberg und Dannenrod zusammen, wodurch der Verein nun über 100 Mitglieder verfügt. Diese stammen aus einem Umkreis von 50 km. Jeden Freitag treffen sie sich beim Stammtisch, zu dem auch Gäste willkommen sind. Die Vereinszeitung "Glühkopf" wird dreimal im Jahr veröffentlicht und ist nach dem Vereinsheim in Dannenrod benannt. Sie enthält Nachrichten und Informationen für die Oldtimer-Freunde, die als "große Familie" betrachtet werden. Der Verein pflegt Kontakte über die Region hinaus, insbesondere in Bezug auf Oldtimer-Treffen, Festzüge und Wettbewerbe. Alle zwei Jahre stehen die Oldtimer-Freunde Ohmtal e. V. im Mittelpunkt des Geschehens, wenn der Tag der "Offenen Tür" im Rahmen eines großen Festes stattfindet. An einem solchen Wochenende strömen bis zu 3000 Besucher in das Dorf mit den 250 Einwohnern, viele davon kommen mit ihrem eigenen Bulldog angereist.
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