Über das genaue Erbauungsjahr und den Bauherrn der Burg Freienfels lässt sich heute nur spekulieren. Nach aktuellem Forschungsstand wurde die Anlage um 1300 von den Grafen Heinrich und Reinhard von Diez-Weilnau errichtet. Vermutlich wollten sie damit dem Expansionsdrang Graf Adolfs von Nassau entgegentreten, der seit seiner Königswahl 1292 sein Territorium durch den Erwerb umliegender wormsscher Besitzungen gezielt ausbaute. Die erste urkundliche Erwähnung der Burg stammt jedoch erst aus dem Jahr 1327: Im Testament des Siegfried von Runkel, Propst zu Gemünden, wird Freienfels als ihm verpfändete Burg genannt, die er in festgelegten Anteilen seinen Neffen vermacht. Bereits 1331 veräußern diese Erben die Anlage an Graf Gerlach von Nassau – womit das nassauische Ziel, die Burg unter Kontrolle zu bringen, erreicht war. Nachdem die Besitzverhältnisse im nassauischen Raum geklärt waren, verlor Burg Freienfels gegen Ende des 14. Jahrhunderts offenbar ihre militärische Bedeutung. Im Jahr 1466 gelangte sie als nassauisches Lehen in den Besitz des Ritters Johann von Schönborn und seines Sohnes. Das Geschlecht der von Schönborn, ursprünglich aus dem gleichnamigen Ort in der Grafschaft Katzenellenbogen stammend, sollte später einen bemerkenswerten Aufstieg in der Reichsaristokratie erleben – mit Bischöfen, Erzbischöfen sowie Reichsvize- und Reichskanzlern in seinen Reihen. Die Nachfahren Johann von Schönborns hielten die Burg rund 220 Jahre lang, ehe sie den Besitz an den dänischen Obristen Johann Ernst Freiherr von Friesensee verkauften. Dessen Witwe Sabina Lamberta veräußerte Freienfels nach seinem Tod im Jahr 1724 erneut an die Grafen von Nassau. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts setzte dann der allmähliche Verfall ein: Die nie durch Krieg oder Fehden zerstörte Burg wurde von den Dorfbewohnern zunehmend als Steinbruch für den Hausbau genutzt. Interessant ist zudem, dass in den Jahren 1907/1908 Pläne des Berliner Architekten Prof. Bodo Ebhardt – Gründer der Deutschen Burgenvereinigung – entstanden, die einen Ausbau der Burg zu einer großbürgerlichen Villa im wilhelminischen Stil vorsahen. Diese Pläne wurden jedoch nie verwirklicht. Ebenfalls bemerkenswert sind die zur selben Zeit angefertigten Bleistiftzeichnungen des Malers Otto Ubbelohde, die die Burg Freienfels aus unterschiedlichen Blickwinkeln zeigen.
The exact year of construction and the builder of Freienfels Castle can only be speculated upon today. According to current research, the facility was built around 1300 by Counts Heinrich and Reinhard of Diez-Weilnau. Presumably, they wanted to counter the expansionist ambitions of Count Adolf of Nassau, who, since his election as king in 1292, had been deliberately expanding his territory by acquiring surrounding possessions in Worms. However, the first documented mention of the castle dates back to 1327: In the will of Siegfried von Runkel, provost of Gemünden, Freienfels is mentioned as a pledged castle, which he bequeaths to his nephews in specified shares. As early as 1331, these heirs sold the complex to Count Gerlach of Nassau - thus achieving Nassau's goal of bringing the castle under control. Once the ownership situation in the Nassau area was clarified, Freienfels Castle apparently lost its military significance towards the end of the 14th century. In 1466, it came into the possession of Knight Johann von Schönborn and his son as a Nassau fief. The House of Schönborn, originally from the eponymous place in the County of Katzenellenbogen, would later experience a remarkable rise in the imperial aristocracy - with bishops, archbishops, as well as imperial vice-chancellors and chancellors among its ranks. The descendants of Johann von Schönborn held the castle for about 220 years before selling the property to the Danish Colonel Johann Ernst Baron von Friesensee. His widow Sabina Lamberta sold Freienfels again to the Counts of Nassau after his death in 1724. Towards the end of the 18th century, gradual decay set in: the castle, which had never been destroyed by war or feuds, was increasingly used by the villagers as a quarry for house construction. It is also interesting that in the years 1907/1908, plans emerged from the Berlin architect Prof. Bodo Ebhardt - founder of the German Castle Association - which envisioned the expansion of the castle into a bourgeois villa in the Wilhelmian style. However, these plans were never realized. Also notable are the pencil drawings made at the same time by the painter Otto Ubbelohde, which show Freienfels Castle from different angles.