Grünberg – lebendige Fachwerkstadt im westlichen Vogelsberg Grünberg im Landkreis Gießen ist Teil der touristischen Region Westlicher Vogelsberg mit den drei anderen Kleinstädten Hungen, Laubach und Lich, die sich unter dem Themendreiklang Römer, Residenzen und Reformatoren gemeinsam präsentieren. Zur Stadt Grünberg gehören neben der Kernstadt die Stadtteile Beltershain, Göbelnrod, Harbach, Klein-Eichen, Lardenbach, Lehnheim, Lumda, Queckborn, Reinhardshain, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain und Weitershain. Auf einer grünen Anhöhe an der Westflanke des Vogelsbergs gelegen, präsentiert sich der Luftkurort Grünberg mit der malerischen Fachwerk-Altstadt von seiner schönsten Seite. Auf dem großen historischen Marktplatz reihen sich zahlreiche mittelalterliche Fachwerkbauten wie Perlen aneinander. Wer in einem der gemütlichen Cafés und kleinen Gasthäuser verweilt, kann sich beim Genießen und Tagträumen gut vorstellen, wie hier einst die Kutschen über das Kopfsteinpflaster rollten und die fleißigen Grünberger Bürger ihrer Wege gingen. Bei einer Stadtführung wird Vergangenheit lebendig erzählt oder auch der Fachwerkschatz der Stadt bei einer der Themenführungen hervorgehoben. Ganzjährig bieten die Grünberger Geschäfte alles, was es zum Leben braucht. Zum Wochenmarkt ist der Marktplatz gefüllt mit allerlei Ständen und regionalen Angeboten. Zahlreiche Veranstaltungen, wie „Sommer am Turm“ im August oder der traditionelle Gallusmarkt im Oktober der seit 1480 gefeiert wird, begeistern jedes Jahr tausende Besucher. Der Historische Rundgang verbindet die Sehenswürdigkeiten Grünbergs miteinander. Er kann im Rahmen einer Führung genossen werden oder mit Hilfe einer Broschüre und mit dem Smartphone scanbaren QR-Codes vor Ort selbständig abgelaufen werden. Folgende 16 historische Orte sind auf diesem Rundgang miteinander verbunden: Marktplatz, Diebsturm, Barfüßerkloster, Antoniterkloster, Universitätshaus (Stammlersches Haus), ehemaliges Lutherhaus, ehemalige Burg (Burgmannshaus), Brauhaus mit Wasserkunst, Stadtkirche mit Tränenweibchen, Welkerhaus (Alte Kaplanei), Haus der Zünfte mit der Alten Schmiede, Geburtshaus von Theo Koch, Museum im Spital Grünberg, Brunnental, Denkmalplatz und Wartturm. Im historischen Diebsturm mussten einst – wie es der Name erahnen lässt – Diebe ihre Strafe verbüßen. Heute ist es möglich vom Obergeschoss des Turmes, einem ehemaligen Befestigungsturm der Stadtmauer, einen weiten Blick über Grünberg und das grüne Umland zu genießen. Wo es den Schlüssel dazu gibt, verrät ein Schild an der Tür. Ein Kleinod ist sicher auch das liebevoll eingerichtete Haus der Zünfte in der Judengasse. In der Obhut des Verkehrsvereins ist es möglich in regionale alte Zünfte einzutauchen. Originale Exponate sind hier ausgestellt und bei einer Führung kann man Anekdoten aus erster Hand hören. Die alte, original eingerichtete Schmiede wirkt, als hätte der Schmied sie gerade erst verlassen. Eine Grünberger Besonderheit sind sicherlich die drei Kloster-Bauten innerhalb der Stadtmauern: Das Antoniterkloster wurde von einem Heilorden mit französischen Jakobspilgern, die den Lehren des Heiligen Antonius folgten, 1193 gegründet. Ende des 16. Jahrhunderts wurden die steinernen Sockelbauten mit Fachwerkaufbauten in die heutige Form erweitert. Zu dem einstigen Klosterkomplex gehören im Westen der ehemalige Kirchenbau, im Norden der sogenannte Mönchsbau, im Osten der Universitätsbau, im Süden das Schloss und ein separater Bau auf der gegenüberliegenden Seite der Rosengasse, das ehemalige Marstallgebäude. Das Franziskanerkloster Barfüßerkloster befindet sich direkt neben dem Diebsturm. Es ist ein gotischer Bau, der Mitte des 13. Jahrhunderts gegründet wurde. Nachdem 1528 das Kloster säkularisiert wurde, zogen die letzten Mönche nach Limburg und die Gebäude, die sich im Bereich der heutigen Grünanlagen befanden, verfielen. Bis auf das Wohnhaus der Mönche wurden Ende des 16. Jahrhunderts alle Gebäude abgerissen. Die Außenmauer des heutigen Wohnhauses steht direkt auf der Stadtmauer. Der verbliebene und restaurierte Teil der Klosteranlage wird heute für kulturelle Veranstaltungen und standesamtliche Trauungen genutzt. Der Treppenturm im Norden und der Gewölbekeller im Inneren mit seinem Brunnen sind besonders reizvoll. Südlich der Pauluskirche aus dem 13. Jahrhundert steht das jüngste der Klöster, das Augustinerinnenkloster, das heute das Museum im Spital Grünberg beherbergt. Es war durch einen Gang mit der Klosterkirche (heute steht hier die Friedhofskapelle) verbunden und wurde 1457 erstmals erwähnt. Vom ehemaligen Kloster ist nur noch ein langgezogenes Fachwerkgebäude aus der Zeit um 1500 erhalten. Seine große, zweischiffige Halle im Erdgeschoss ist typisch für die Spitalbauten der Zeit. Heute ist dort das Grünberger Stadtmuseum, das Museum im Spital Grünberg, untergebracht. Es wurde 2010 mit dem Deutschen Museumspreis ausgezeichnet. Im Erdgeschoss des ehemaligen Augustinerinnenklosters können Besucher die Geschichte der Kernstadt Grünbergs und ihrer Ortsteile mit dem Jahrhunderte alten Gallusmarkt sowie die Entwicklung und Bedeutung der Grünberger Klöster und Spitäler entdecken, insbesondere des Antoniterklosters.Der erste Stock widmet sich dem Leben und Werk des Südamerikaforschers Theodor Koch-Grünberg (1872-1924). Ein separater Raum präsentiert wechselnde Ausstellungen zur Kunst und Kultur der Region. Historische Wasserkunst und Naherholungsgebiet Brunnental Das Naherholungsgebiet Brunnental sowie zahlreiche ausgeschilderte Wander- und Radfahrstrecken durch Wald und Wiesen laden ein im Einklang mit der Natur Erholung zu finden. In Grünberg lohnt es sich besonders tief durchzuatmen, denn hier herrscht eine ausgewiesen gute Luftqualität, was das Prädikat „Luftkurort“ verrät. Nordöstlich des Winterplatzes fällt das Gelände 60 m steil ab und bildet mit dem gegenüberliegenden Hang das Brunnental, durch das sich der Äschersbach sein Bett gegraben hat. Aus vielen unterirdischen Basaltspalten quillt klares Quellwasser empor, das sich in zwei Teichen sammelt und bachabwärts einst die Brunnenkunst im Tale, das Pumpwerk zur Förderung von Trinkwasser in die Stadt und im weiteren Verlauf die Mühle zum heiligen Born, die Stadtmühle und die Steinmühle antrieb. Vor über 600 Jahren war es eine Meisterleistung das frische Quellwasser in die Altstadt auf den Berg zu pumpen. Wie Ingenieure dies schafften, zeigen spannende Ausstellungen im Historischen Maschinenhaus und im ehemaligen Wasserwerk Stadtmühle. Die heutige Naherholungsstätte Brunnental verdankt Grünberg dem Grünberger Verkehrsverein, der 1901 begann Wege anzulegen und 1908 auf der der Stadt gegenüberliegenden Seite Grundstücke ankaufte, die durch Wege begehbar gemacht wurden. Auf Spazierwegen kann der Wasserreichtum und der faszinierenden Artenvielfalt in Flora und Fauna entdeckt werden. Alle Sinne werden auf dem Sinnespfad angesprochen. Über die Welt von Wasser, Natur, Kultur und Technik informiert der Historische Wasserweg. Der Naturpfad entlang der verschiedenen Bio- und Geotope im Brunnental hält weiter spannende Informationen bereit. Auf der mit dem Smartphone über einen QR-Code abrufbaren Audiotour kann die bedeutende Geschichte der Grünberger Wasserversorgung nachvollzogen werden. Der QR-Code findet sich auf verschiedenen Pulttafeln am Weg. Auf den Spuren des Eisenerzabbaus in der Region führt der Erzweg Süd als Rundtour von Weickartshain, über Freienseen und vorbei an Lardenbach und Klein-Eichen nach Stockhausen und dann wieder nach Weickartshain.
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