Im Jahr 1705 wurde die alte Kapelle in Ermenrod abgerissen und durch einen Fachwerkbau im Dorfzentrum ersetzt. Bereits 1735 musste dieser Bau jedoch erneuert werden. Die heutige Martin Luther Kirche, ein Rechteckbau mit zweigeschossiger Fachwerkkonstruktion, entstand daraufhin. Das Gebäude verfügt über ein Satteldach mit Krüppelwalm über dem Eingangsbereich und einen schlanken Haubendachreiter. Das Fachwerk ist mit Mannfiguren verziert, deren Streben gebogen sind. Im Inneren der Kirche befinden sich Emporen an drei Seiten, auf denen Medaillons mit Sprüchen aus dem Glaubensbekenntnis und Apostelbilder zu sehen sind. Der konstruktive Unterbau des Turmes ist am Westteil deutlich sichtbar. Die farbenfrohen Gemälde an der Südwand, die dem Stil von Caravaggio nachempfunden sind, stammen noch aus der alten Kirche. Auf einer gedrehten Säule steht die prächtige Barockkanzel mit Christus- und Evangelistenfiguren, die bereits in der Vorgängerkirche vorhanden war.
Die Kirche in Zeilbach, eine der ältesten Fachwerkkirchen in der Region, wurde im Jahr 1668 erbaut. Beim Betreten des kleinen Gotteshauses fällt die Vielfalt und Farbigkeit des Innenraums auf, sowie die erstaunliche Weite, die trotz der geringen Größe des Raumes vermittelt wird. Die Decke ist in vier Felder unterteilt, mit Stuckmedaillons von Pelikanen, Adlern und Fruchtbündeln verziert. Die Pflanzenmotive auf den Emporenfeldern wurden 1968 freigelegt. Die Kanzel aus dem Jahr 1668 wirkt trotz ihrer Verzierungen nicht überladen. Der Rechteckbau mit Satteldach und Dachreiter ist heute vollständig verschindelt, was schade ist, da das darunter liegende Fachwerk ein hervorragendes Beispiel für den Vogelsberger Fachwerkbau darstellt.
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