Mit ihren vier Burgen besitzt die Stadt Schlitz eine der malerischsten Silhouetten der Region. Der „Burgenblick“ empfängt schon beim Eintreffen in die an der östlichen Flanke der Vulkanregion Vogelsberg gelegene Stadt. Die „Schlitzer Skyline“ hält, was ihr Anblick verspricht: Eine komplett erhaltene, historisch gewachsene Altstadt in Ringbauweise mit vier Burgen und liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern aus mehreren Jahrhunderten. Die Burgenstadt Schlitz ist aus vielerlei Hinsicht ein mittelalterliches Juwel. Ein besonderer Platz ist der mit Kopfsteinpflaster aus Basalt belegte Marktplatz mit dem Marktbrunnen, dem umliegenden Fachwerkensemble sowie der nahen Kirche und den Burgen. Die Schlitzer Burgen Vier der fünf Schlitzer Burgen befinden sich direkt in der eng bebauten Kernstadt auf einem Hügel. Vorderburg, Hinterburg und Ottoburg sind eingebunden in die Stadtmauer der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Die Vorderburg, ein Renaissancebau aus dem 13. Jahrhundert, beheimatet heute im um 1600 erbauten Westflügel das Burgmuseum, welches das Heimatmuseum der Stadt Schlitz ist. Die Dauerausstellung umfasst archäologische Funde aus der Bronzezeit bis zum Mittelalter, eine Galerie der Grafen von Schlitz, Exponate zur dörflich-bäuerlichen Alltags- und Wohnkultur des 18. und 19. Jahrhunderts wie Interieur und Trachten sowie Ausstellungsstücke zur Schlitzer Leinenweberei. Sehenswert ist auch das Brunnenhaus mit dem hölzernen Räderwerk im Burghof, ebenfalls um 1600 erbaut. Der heutige Festsaal der Stadt Schlitz entstand aus dem mittelalterlichen romanischen Wohnturm der Vorderbung. Im anderen Seitenflügel ist das Hotel Vorderburg untergebracht. Die Hinterburg fällt besonders durch ihren 36 Meter hohen Hinterturm auf. Der kreisrunde Turm mit kegelförmiger Spitze ist zur Weihnachtszeit in ein rotes seidenes Tuch gehüllt und stahlt mit einer elektrisch beleuchteten Flamme als Kerze schon von Weitem. Auf dem „Schlitzer Weihnachtsmarkt unter der größten Kerze der Welt“ rund um den idyllisch gelegenen Marktplatz kommt eine besonders heimelige Atmosphäre zur Adventszeit auf. Ganzjährig ist die Turmauffahrt per Aufzug auf die Aussichtsplattform möglich. Von dort ist ein taumhafter 360 Grad-Rundumblick über die roten Dächer der Fachwerkhäuser und das Schlitzer Land möglich. Die Schachtenburg ist eine Wohnburg – ein großer Fachwerkbau mit steinernem Sockel. Auch sie war Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung und bis 1894 befand sich hier der Sitz des Großherzoglich Hessischen Amtsgerichtes. Später wurde die Burg zunächst Wohnburg und dann Altenheim. Seit 2016 kann man dort im Hotel Garni „Hotel & Café Schachtenburg“ in individuell gestalteten Zimmern, die das Historische erhalten haben, übernachten. Unterhalb des Marktplatzes steht die Ottoburg, ein frühbarockes Schloss. Im Keller finden sich Reste der alten Statdmauer mit einer Gedenktafel mit dem Erbauungsjahr 1653. Die Wehrgänge der Burg wurden abgerissen, ein Teil des Burggrabens zugeschüttet und an der Stadtmauer anliegende Häuser abgerissen. 1681 erhielt die Ottoburg ihre heutige Gestalt und wird privat bewohnt. Geschichte und Geschichten erfährt, wer an einer der zahlreichen offenen Stadtführungen oder bei einer Stadtwächtertour teilnimmt. Auch eine kulinarische Stadtführung mit Schlitzer Spezialitätenempfiehlt sich. Die fünfte Burg im Bunde ist das weiter außerhalb liegende Schloss Hallenburg, heute Sitz der Landesmusikakademie Hessen. Hier führt auch unmittelbar der Vulkanradweg vorbei. Der umliegende Schlosspark ist bei Festen wie dem „Schlitzer Burgenfühling“ auch öffentlicher Veranstaltungsort. Ganzjährig lohnt ein Spaziergang durch die gepflegte Parkanlage. Ein ganz besonders Fest, alle zwei Jahre in ungeraden Jahren, jeweils am zweiten Wochenende im Juli, ist das Schlitzerländer Trachtenfest. Es wird im Wechsel mit dem Runkelrübenfest (immer in geraden Jahren) gefeiert, welches salopp gesagt die Schlitzer Version von Halloween und Erntedank ist. Während des Schlitzerländer Trachtenfestes wird die Stadt für eine Woche zur Bühne einer bunten Vielfalt an internationalen Folklore-Traditionen und zahlreichen Gastgruppen aus aller Welt. Trachten und Jeans sowie Folklore und moderne Klänge treffen in Schlitz mit internationalem Flair zusammen. Unter dem Credo „Die Welt zu Gast bei Freunden“ steht ganz Schlitz und Umgebung eine ganze Woche unter dem Einfluss des Trachtenfestes, vieler Tanz- und Musikveranstaltungen aller Couleur und der bunten Gästeschar. Heimische sowie fremde Rhythmen und Klänge, traditionell und ganz modern, ertönen zwischen mittelalterlichen Fachwerkbauten – Musik und Tanz ist die Sprache, die alle vereint. Höhepunkt ist der große regionale bis internationale Trachten- und Brauchtumsumzug am Sonntag mit vielen Fußtruppen, Musikgruppen aber auch festlich geschmückten Wagen, alle ausschließlich gezogen von Tieren. Den Tag über tanzen verschiedenste Gruppen aus Nah und ganz Fern auf den unterschiedlichen Bühnen in der Stadt. Am Abend ist das Höhenfeuerweg ein weiteres Highlight. Tradition hat auch die Schlitzer Destillerie. In der ehemaligen Kornbrennerei können heute geführte Besichtigungen mit Verkostung gebucht werden und ein kleiner Laden bietet die hochwertigen Liköre, Brände, Whiskys und Gins mit vielen regionalen Zutaten an. Gelebte Geschichte kann entdecken, wer sich im Dorfmuseum „Buisch ahl Huss“ in Fraurombach umsieht. Das kleine Museum zeigt in einem alten Bauernhaus die ländliche Alltagskultur einer typischen Familie der Gegend. Das Kirchlein Fraurombach wartet mit Secco-Wandmalereien mit einer weiteren Besonderheit auf. Die beiden Besichtigungen können auch Teil des 13 km langen Rundweges „Wanderung zum Kirchlein Fraurombach“ zwischen Schlitz und Fraurombach sein. Ein besonderer Sommer-Tipp ist der Pfordter See, in dem auf eigene Gefahr gebadet werden darf. Das Schlitzer Burgenbad ermöglicht unbeschwerten Wasserspaß unter Badeaufsicht. Für Camper empfiehlt sich der nahe gelegene Campingplatz mit Wohnmobilstellplatz.
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