Hungen – die Schäferstadt
Hungen ist Teil des touristischen Zusammenschlusses Westlicher Vogelsberg mit den drei Nachbarstädten Grünberg, Laubach und Lich, die sich unter dem Themendreiklang „Römer, Residenten, Reformatoren“ gemeinsam präsentieren. An den westlichen Ausläufern des Vogelsbergs zwischen Seen und Bächen gelegen, lädt Hungen mit seinen zwölf Stadtteilen Bellersheim, Inheiden, Langd, Nonnenroth, Obbornhofen, Rodheim, Rabertshausen, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe und Villingen zum Verweilen ein. Fachwerkhäuser, Kirchen, alte Mühlräder, Burgen und das Schloss prägen das Ortsbild der Schäferstadt.
Als einzige hessische Stadt beschäftigt Hungen einen hauptberuflichen Stadtschäfer. In geraden Jahren am letzten Wochenende im August findet in Hungen das Hessische Schäferfest statt. Das Fest geht zurück auf die Zunfttage, die bereits im 14. Jahrhundert zur Zeit des Weidewechsels Anfang Herbst stattfanden. Beim Leistungshüten stellen die auf Kreis- und Bezirksebene qualifizierten Schäfer mit ihren Hunden ihr berufliches Können vielfältig unter Beweis. Am Sonntag ist der Festzug durch die Stadt ein Höhepunkt. Weitere Traditionsfeste sind der Allerheiligenmarkt, der bereits seit über 600 Jahren gefeiert wird. Die Europawoche mit Marktplatz-Brunnenfest ist dagegen ein noch recht junges Fest, das immer in der Zeit von Himmelfahrt bis Pfingstsonntag gefeiert wird und sich den europäischen Kulturen widmet.
Rund um das Schaf geht es auch inmitten des historischen Stadtkerns an der Hungener Käsescheune mit Schaukäserei, Käseschule, Gastraum, Genussladen sowie dem „Erlebnisraum Schaf und Natur - unterwegs in den Wetterauer Hutungen“. Der Erlebnisraum stellt das Schaf, das Schäferfest und die Schäfer, die Veränderung der Hungener Landschaft sowie die Tiere und Pflanzen der bedrohten Magerrasenflächen in den Vordergrund. Welche Bedeutung das LIFE+-Projekt "Erhalt und Entwicklung der Hutungen der Wetterauer Trockeninsel" und der ehrenamtliche Einsatz für deren Bestand haben, wird hier spannend und unterhaltsam deutlich. Mehr dazu kann auch der erfahren, der sich “Auf Schäfers Spuren” begibt und den mit neun Infotafeln mit Wissenswertem über Schafe, Schäferei sowie Flora und Fauna auf Magerrasen bestückten Wanderweg entlangläuft. Die Strecke bietet auch herrliche Fernsicht bis in den Taunus und in den Hohen Vogelsberg. Idealer Start der rund 12 km langen Tour ist die Käsescheune. In Langd gibt die 5,5 Kilometer-Strecke „Mensch und Natur“ auf zahlreichen Infotafeln des Naturschutzverein VNULL Langd Auskunft über verschiedene Biotopstrukturen und deren Bedeutung für den Naturschutz sowie Einblick in den ehemaligen Steinbruch, der heute Biotop und Geotop ist.
Hungen liegt am UNESCO-Welterbe römischer Limes, an der Deutschen Limes-Straße, dem Limes-Wanderweg und dem Limesradweg, der durch eine Querverbindung auch an Hof Grass vorbeiführt. Auch die Radroute Römer, Residenzen, Reformatoren (RRR) nimmt das Thema auf. Das Limesinformationszentrum auf Hof Grass informiert in seiner Dauerausstellung über die römische Besiedlung der Region. Ein weiterer Schwerpunkt des Museums liegt auf dem Thema Wasser in römischer Zeit. Hof Grass liegt inmitten eines Naturschutzgebietes. Vom Biergarten des Restaurants hat man einen schönen Blick in die Natur.
Ein weiteres kulturelles Highlight ist das barocke, in Privatbesitz befindliche Schloss Hungen aus dem 15. Jahrhundert. Im „Blauen Saal“, der im Stil des 18. Jahrhunderts restauriert wurde, finden jedes Jahr zahlreiche kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte und Lesungen statt und auch der ehemalige Pferdestall ist Gemeinschafts- und Ausstellungsort. Als eine der vier Residenzstädte liegt Hungen am Wanderweg Residenzenring, der auf 72,3 Kilometern die Städte Grünberg, Hungen, Laubach und Lich miteinander verbindet und in vier Tagesetappen zu wanden ist. Auch die Pilgerrouten Jakobsweg und Lutherweg 1521 führen durch Hungen. Der Hungen-Rundweg umrundet in drei Teilen das Stadtgebiet im Norden und im Süden sowie mit der Erweiterungsrunde, dem Drei-Seen-Weg, die Seen im Süden der Stadt.
Regionale Geschichte präsentiert das Heimatmuseum Obbornhofen wo die im Dorf ansässigen Handwerksberufen wie Schuster, Metzger, Hufschmied und Stellmacher dargestellt werden. Die Arbeits- und Wohnverhältnisse werden in 14 Schauräumen mit ca. 400 m² Ausstellungsfläche lebensnah präsentiert.
Eine besondere Rolle spielt in Hungen das Wasser: der Inheidener/ Trais-Horloffer See mit seiner 35 Hektar großen Wasserfläche lädt zum Baden, Segeln und Surfen ein. Immer am ersten Wochenende im August findet das große Seefest statt. Der See ist Teil der Wetterauer Seenplatte, einem ehemaligen Braunkohletagebau. Seit über 60 Jahren hat sich hier nun eine naturnahe Landschaft entwickeln können. Der Untere Knappensee bei Hungen-Utphe gehört allein der Natur und dient unzähligen seltenen Vogelarten als Refugium. Von einer Beobachtungshütte auf einer Plattform kann man die Vögel beobachten. An den "Drei Teichen" zwischen Hungen und Nonnenroth findet man ideale Gelegenheiten zum Wandern, Walken oder zum Genießen der Natur. Infotafeln an den beiden Parkplätzen geben Aufschluss über das Naherholungsgebiet und sein Wegenetz.
Neben dem attraktiven Freibad in der Kernstadt Hungen beginnt der neue ca. 5,5 Kilometer lange Radweg nach Villingen auf der alten Bahnstrecke Hungen-Laubach, der sich auch gut als Inlinerstrecke eignet. Auch der Radweg Solmser Land quert Hungen. Von Mai bis Oktober verbindet die Buslinie VB-92 des Vogelsberger Vulkan-Expresses mit Radtransportanhänger Laubach, Grünberg und Mücke sowie den Hoherodskopf mit Hungen.
@text