Amorbach liegt geschützt in einem Talkessel auf rund 160 Metern Höhe. Die Kernstadt wird sternförmig von Stadtteilen umgeben, die sich bis auf etwa 500 Meter Höhe in den Odenwald ziehen. Geprägt ist die Lage durch mehrere Täler, die sich rund zehn Kilometer oberhalb der Mündung von Mud, Billbach und Otterbach öffnen. Diese besondere Topografie führte schon früh zur Kreuzung zweier bedeutender Handelswege: Einer verband das Rheintal bei Worms mit dem fränkischen Raum, der andere führte vom mittleren Neckarraum bei Heilbronn zum Main. Die Barockstadt Amorbach gilt zu Recht als eines der architektonischen Schmuckstücke des Odenwalds. Die vollständig unter Denkmalschutz stehende Altstadt erfüllt all das, was man sich von einem romantischen Städtchen erhofft: verwinkelte Gassen mit Kopfsteinpflaster, sorgfältig erhaltene Fachwerkhäuser, ein historisches Rathaus und eindrucksvolle Kirchen. Eingebettet ist die Stadt in eine waldreiche Landschaft mit hohem Mischwaldanteil, die unmittelbar an die Altstadt anschließt. Ein Rundgang durch die schmalen Gassen zeigt, warum Amorbach liebevoll als „Schmuckkästchen der Architektur“ bezeichnet wird. Neben zahlreichen Fachwerkbauten – darunter das Alte Rathaus und das außergewöhnliche Templerhaus – prägen zwei barocke Kirchen das Stadtbild. Die Pfarrkirche St. Gangolf beeindruckt bereits durch ihre Ausstattung, während die ehemalige Abteikirche mit ihrer Größe und Pracht weit darüber hinausgeht. Bei Führungen werden auch die Klosterbibliothek und der Grüne Saal gezeigt und geben Einblick in die Zeit, als Amorbach Residenzstadt des Fürstentums Leiningen war. Weithin sichtbar thront oberhalb der Stadt die Gotthardsruine. Der Aufstieg wird mit dem sogenannten „Sieben-Täler-Blick“ belohnt, der einen weiten Blick über die umgebende Landschaft eröffnet. Rund um Amorbach laden ruhige Höhendörfer zu Spaziergängen und Wanderungen ein. Wer hier übernachtet, findet Erholung in ländlicher Umgebung – auf Wunsch auch mit regionalen Spezialitäten aus eigener Herstellung. Zu Amorbach gehören die Stadtteile Boxbrunn, Beuchen, Reichartshausen und Neudorf. Geschichte Schon in römischer Zeit befand sich im Raum Amorbach ein Legionsposten. Im 8. Jahrhundert wurde ein Benediktinerkloster gegründet, neben dem sich eine Siedlung entwickelte, die 1197 erstmals urkundlich als „Amarbach“ erwähnt wird. Kaiser Friedrich I. Barbarossa übertrug 1168 den Herren von Dürn die Vogtei über das Kloster. Konrad von Dürn erhob den Ort 1253 zur Stadt und ließ ihn befestigen. Nach dem Niedergang der Herren von Dürn fiel Amorbach 1272 an das Erzstift Mainz. Während des Bauernkriegs 1525 verloren die Bürger der Stadt ihre Rechte, da sie sich mit den aufständischen Bauern verbündet hatten. Amorbach wurde daraufhin Mainzer Amtssitz. Der Dreißigjährige Krieg brachte schwere Zerstörungen, insbesondere während der schwedischen Besatzung von 1631 bis 1634, und ließ die Bevölkerung bis zum Kriegsende auf etwa die Hälfte schrumpfen. In den folgenden rund 150 Jahren prägten der Wiederaufbau von Kirchen, Kloster- und Bürgerhäusern sowie eine vergleichsweise ruhige Phase das Stadtbild. Mit der Säkularisation 1803 gingen Kloster und Mainzer Besitz an Fürst Carl Friedrich Wilhelm zu Leiningen über. Amorbach wurde Residenzstadt des Fürstentums Leiningen, das jedoch bereits 1806 seine Souveränität verlor. Nach mehreren politischen Wechseln kam Amorbach 1816 endgültig zu Bayern. Die Verwaltung der Standesherrschaft Leiningen blieb vor Ort. Im 19. Jahrhundert verbesserten Straßenbauten und der Eisenbahnanschluss von 1882 die Verkehrsverhältnisse deutlich. 1965 wurde Amorbach als Luftkurort anerkannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Bevölkerung spürbar, neue Wohngebiete entstanden und Industrie siedelte sich an. Heute bilden Industrie und Tourismus ein ausgewogenes Miteinander.
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